Das Wirtschaftskrisenwunder

Dienstag, den 17. März 2009

Neulich, in einer Aschaffenburger Werbeagentur …

 

Der Boss:

Heda, Texter!

Der Texter: Ähm, ja, bitte?

Der Boss:

Ein seriöses Blogthema steht an!

Der Texter: Seriös? Gott steh’ mir bei …

Der Boss:

Ruhe. Es geht um die Wirtschaftskrise!

Der Texter: Habe davon gehört …

Der Boss:

Immerhin. Du musst unseren Blog-Lesern vermitteln, dass die Krise in werblicher Hinsicht große Chancen birgt!

Der Texter: Im Blog einer Werbeagentur über werbliche Chancen fachsimpeln! Das nennst Du seriös?

Der Boss:

Ich meine es ernst. Die Chancen liegen in antizyklischer Werbung! Eine aktuelle Studie der GfK belegt, dass …

Der Texter: Mal langsam. “Aktuelle Studie”? “Antizyklische Werbung”?

Der Boss:

Also: Wenn du gerade dann in Werbung investierst, wenn sich der Markt in “Schockstarre” befindet, ist das antizyklisch!

Der Texter: Hochinteressant, Mister Fachbegriff.

Der Boss:

Und das bringt Erfolg: Marktanteile verschieben sich in Krisenzeiten rascher als in Wachstumsphasen! Daher bringt antizyklische Werbung Umsätze und Marktanteile!

Der Texter: Wow. Ein Wirtschaftskrisenwunder …

Der Boss:

Exakt! In der Krise ist Werbung billiger und effektiver! Das ist eine Riesenchance für kleinere Unternehmen! Mit einem cleveren Kreativansatz und dem richtigen Mediamix …

Der Texter: Du willst das wirklich im Blog sehen, oder …?

Der Boss:

Oh ja! Die Öffentlichkeit hat ein Recht, davon zu erfahren. Außerdem machen’s namhafte Unternehmen bereits vor: Beiersdorf, Sixt, die Stadtwerke, Lavazza, McDonald’s, B2 …

Der Texter: Ähem. Haben wir verlässliche Belege?

Der Boss:

Klar. Schau mal in die aktuelle HORIZONT. Oder in die W&V. Außerdem: GfK-Studie, nicht wahr? Sowas ist wissenschaftlich!

Der Texter: Oh ja, zweifellos. Ach, verdammt, was soll’s.
Ich schau’s mir mal an …