Es war einmal eine Werbeagentur in Bayern, genauer gesagt in Aschaffenburg. Die bezeichnete sich selbst salopp als "B2 Communications GmbH" und machte fleißig Werbung sowie verwandtes Business. Dazu zählten unter anderem Public Relations, Marketing, Corporate Design und New Media.
Da in diesem Werbebüro aber echte Profis – also erfahrene Grafiker, Texter und Consultants – am Werk waren, begnügte man sich nicht mit den gängigen Online- und Offline-Leistungen. Schließlich bestand die Welt der Kommunikation nicht nur aus Dingen wie Logo-Layouts, Anzeigen, Illustrationen oder Flash-Programmierung!
Nein, vielmehr hatte eine Analyse ergeben, dass klassische Werbung allein nicht ausreicht. Der Marketing-Mix ist entscheidend, eine Produkteinführung muss nicht nur Kampagnen einschließen, sondern eben auch von POS-Maßnahmen, Mailings, adäquatem Package-Design, Fahrzeugbeschriftungen und E-Marketing begleitet werden.
"Genau! Und wenn's dann auch noch stimmt mit der Kreativität, klappt's auch mit der Corporate Identity!", sprach dazu weise ein hochrangiges Mitglied dieser 170-Grad-Agentur. Ja, mit Fachvokabular warfen die B2ler gerne um sich: "Business-to-business oder business-to-consumer, also B2B oder B2C, hüstel, das gibt sich ehrlich nix! Und jetzt haut rein mit der Imagebroschüre, dem Flyer, dem Folder und den Give-aways, denn wir müssen in einer halben Stunde in den Druck!"
Wer derart im Fachchinesisch parlieren kann, hat natürlich nicht nur im heimischen Unterfranken Erfolg. Im Laufe seines Bestehens dehnte die Agentur ihren Einflussbereich denn auch auf Frankfurt und ganz Hessen aus. Bald hieß es: B2 – okay, Webdesign aus Aschaffenburg, aber doch auch fast schon Werbeagentur in Frankfurt?! Auch die Nachbarvölker waren eben für formidable IT-Dienstleistung, Geschäftsausstattung, Messegestaltung und Suchmaschinenoptimierung zu haben.
Der beispiellose Erfolg von B2 wurde bald in zahlreichen Blogs des www diskutiert - anfangs nur in 63, später dann in 637, und zuletzt in unglaublichen 63741 Weblogs aller Couleur. "Was ist das Konzept hinter den Durchstartern?", "Wann sieht man B2 im TV?" und "Haben die schon eine iPhone-App?!" waren einige der Fragen, welche öffentlich debattiert wurden.
Die Agentur indes ließ sich nicht beirren und machte, was sie am besten konnte: Web-Programmierung. Ob PHP, Java, MySQL, XML oder gar SQL – es gab quasi nichts, was die Konkurrenz der Agentur in Sachen IT-Dienstleistung vormachen konnte. "Die größten Helden des Multimedia" stand nicht umsonst auf dem Cover des "Screendesign Magazine". Im zugehörigen Artikel wurden besonders die Portallösungen von B2 gelobt, besonders das Konzept der Datenbank-Einbindung überzeugte die Autoren.
Ja, unaufhaltsam war das Kreativ-Flaggschiff, eine Galionsfigur des Kommunikationswelt. Und heute? Steht zwar im Lexikon unter "Werbekampagnen" noch immer nicht "B2", auch ein epischer Film wurde noch nicht über B2 gedreht. Nichtsdestotrotz sitzt der Schriftzug B2 Communications wie in Stein gemeißelt in den Köpfen der Menschen, ist das Image des heroischen Aufsteigers so sauber wie jedes GUI aus dieser konkurrenzlosen Kreativschmiede.
Sie lebt also noch heute – und wird nie sterben! Nie!
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